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31.05.2021

Stabile und ausbruchsichere Weidezäune

Dass eine Koppel stabil, ausbruchsfest und verletzungssicher umzäunt werden sollte, steht außer Frage. Damit Weidezäune diese Eigenschaften erfüllen, müssen sie vor allem gut sichtbar, ausreichend hoch und solide befestigt sein und eine psychologische Abschreckung (Elektrozaun) bieten. Wir zeigen Ihnen, was Sie beim Zaunbau beachten sollten.

Beschaffenheit und Befestigung

Die Pfosten Ihres Zaunes sollten aus robustem und bissfesten Holz bestehen. Eichenholz ist äußerst widerstandsfähig und langlebig und eignet sich besonders gut für stabile Zaunpfosten. Gehölze wie Kiefern, Fichten und Lärchen sind dagegen verhältnismäßig weich und können schnell angeknabbert werden.
Ein Alternative zu Holzpfählen sind Kunststoffpfosten. Hier sollten Sie allerdings beim Kauf auf eine hohe Temperaturbeständigkeit und einen guten UV-Schutz achten, damit die Pfähle mit der Zeit nicht brüchig werden.

Bei der Befestigung der Zaunpfosten müssen Sie sicherstellen, dass sie bis zu einem Drittel im Boden verankert sind.

Als Querbefestigung der Weidezäune werden 3-4 Querstangen empfohlen, damit auch kleinere Pferde nicht durch eventuelle Lücken steigen können. Ein Elektroband an der Zauninnenseite sorgt für den nötigen Respekt, damit sich Ihre Tiere nicht gegen den Zaun lehnen und Ausbrüche versuchen. Laut Tierschutzgesetz sind weitmaschige Knotengitterzäune und Stacheldraht bei der Umzäunung verboten, da sie erhebliche Verletzungen verursachen können.

Zaunhöhe

Wie hoch Ihr Weidezaun im Idealfall sein sollte, ist von der Größe und Sportlichkeit Ihre Pferde abhängig. Gesetzliche Vorgaben gibt es nicht, aber als Richtwert gilt die Widerristhöhe Ihres größten Tieres mal 0,9. Bei Springpferden und anderen gut trainierten Tieren kann unter Umständen auch ein höherer Zaun empfehlenswert sein. Da Sie Temperament und Kondition Ihre Tiere am besten kennen, sollten Sie die Zaunhöhe immer individuell abstimmen.

Stromspannung

Damit Ihre Pferde einen Stromschlag spüren können und ein deutlicher Abschreckungseffekt erzielt wird, sollte die Spannung in den Elektrobändern mindestens 2500 Volt betragen. Ein Wert zwischen 3000-4000 Volt wäre ein gutes Maß. Über 10 000 Volt sollte die Spannung jedoch nicht betragen.

Für die elektrische Umzäunung sollten Sie stets gut sichtbare Elektrobänder (circa 40 mm) mit hoher Leitfähigkeit verwenden. Dünne Drähte oder Litze sind nicht akzeptabel.
Achten Sie beim Anbringen der Elektrobänder darauf, dass der entsprechende Metallstab für die Erdung ausreichend tief und fest im Boden verankert ist. Überprüfen Sie zudem regelmäßig die Kabel auf defekte Isolierungen und tauschen Sie entsprechend aus. Verwenden Sie batteriebetriebene Leitbänder, sollte alles genau auf die Plus- und Minuspole ausgelegt sein, sodass beim Anschluss ein Klacken zu hören ist.

Denken Sie schlussendlich daran, nach dem Aufstellen eine Elektrozauns Passanten mit entsprechenden Schildern vor der Stromspannung zu warnen.

Stabiles Zauntor

Tore bilden in der Koppel-Umzäunung eine besondere Schwachstelle und sollten deshalb ausreichend stabil und entsprechend der Stromspannung montiert werden. Achten Sie auf hochstabile Holz- oder Metallkonstruktionen, auf einen robusten Torverschluss und auf eine gute Bodenverankerung der Säulen - am besten mit Betonfundamenten. Denken Sie generell auch daran, den Boden als Weideeingangsbereich zum Beispiel gut mit Paddockmatten zu befestigen, damit der Boden durch die regelmäßige Belastung durch Tiere oder Fahrzeuge nicht verdichtet und somit wasserundurchlässig und rutschig wird.

Als Zauntor ist meist ein Doppeltor zu empfehlen, bei dem das innere Tor auch eine leichtere und elastischere Konstruktion aus Griffsets mit eingewebter Litze bilden kann. Vorsicht ist hier bei der Verwendung von Spiralgriffen geboten. Die Schweifhaare Ihre Pferde können sich darin schnell verheddern und verknoten.

Achten Sie bei Elektrozäunen darauf, dass der Torgriff in den Isolator eingehängt wird, damit keine Spannung verloren geht. Wichtig ist zudem, dass die elektrischen Weidezäune regelmäßig kontrolliert und freigemäht werden, um die Stromleistung und Hütesicherheit zu gewährleisten. Bei benachbarten Koppeln im gleichen Stromkreis sollten Sie außerdem stets daran denken, das Tor adäquat zu schließen.

Schutz vor Wölfen mit speziellen Wolfzäunen

Die Zahl der Wölfe nimmt seit einigen Jahren stetig zu und damit auch die Zahl der Angriffe auf Weidetiere. Pferde gehören dabei weniger bzw. in einzelnen aufgetretenen Fällen nicht sicher zu den Opfern, aber kleinere Tiere wie Ponys oder Fohlen sind mitunter gefährdet. Durch spezielle Wolfszäune bzw. die Aufrüstung Ihres bestehenden Zaunes können Sie die Schutzwirkung für Ihre Tiere erhöhen – auch wenn Sie damit keinen 100%-igen Schutz bieten können.

Elektrozäune können bei Wölfen aber eine gute abschrecken Wirkung erzielen. Wichtigster Punkt ist dabei, dass der Zaun mit circa 120-140 cm ausreichend hoch ist und neben den vorhandenen Elektrobändern noch zusätzliche Leiter hat, um das Durchschlüpfen des Wolfes zu verhindern. Effektiv ist hier, den untersten Leiter maximal 20 cm über dem Boden anzubringen und die übrigen Elektrobänder in Abständen zwischen 25-30 cm zu positionieren. Damit geben Sie dem Wolf eine deutliche Hürde und können das Risiko des Eindringens deutlich minimieren.

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay