Aktuelle Neuigkeiten in unserem Blog

zurück
27.02.2019

Zu teuer? Was wirklich hinter den Einstellkosten eines Pferdes steckt

Viele Pferdepensionsbetriebe müssen sich den Vorwurf des Preiswuchers gefallen lassen. Doch ist das gerechtfertigt? Was wirklich hinter dem Service und der Wirtschaftlichkeit der Pensionsställe steckt und warum Sparfüchse Ihren Tieren am Ende schaden.

Die Pflege eines Pferdes kostet viel Zeit und ist mit einer Unmenge an Kosten verbunden. Gepflegte Ställe und Weiden, gute medizinische Versorgung, eine hochwertige Fütterung, Stalldienste, Beschäftigung und Bewegung, soziale Kontakte zu anderen Tieren und die Möglichkeit zum Ruhen sind wichtige Voraussetzungen, damit Ihr Tier gesund bleibt. Qualifizierte Mitarbeiter mit hohen Fachkenntnissen, sozialer Kompetenz und Belastbarkeit sind ebenfalls grundlegend für eine erfolgreiche Pferdehaltung.

Um das zu gewährleisten, ist ein nicht unerheblicher materieller und personeller Aufwand nötig, der für die Pensionsbetriebe gleichzeitig wirtschaftlich bleiben sollte.

Folgen von zu niedrigen Einstellkosten

Anbieter von günstigen Pensionsställen bieten nicht zwangsläufig eine schlechte Qualität bei der Pferdehaltung, sind aber durch die niedrigen Einstellkosten oft nicht wirtschaftlich und machen die Preise kaputt.

Allein ein solider, gut gehaltener Stall hat mit dem Aufwand für Mistentsorgung, Heueinstreu und Weide pflegen nicht unerhebliche Fixkosten, bei denen eine tägliche Arbeitszeit von einigen Stunden mit einberechnet werden muss. Zudem sind die laufenden Kosten einer Pferdehaltung wie Reparaturen, Versicherungen, Strom und Wasser bei der Preishöhe zu beachten. Vielen Pferdehaltern sind diese Kosten oft nicht klar, da die Pflege des Tieres nicht selbst übernommen wird und der wirkliche Arbeitsaufwand falsch eingeschätzt wird.

Manche Pensionsbetriebe tendieren zudem dazu, niedrige Einstellgebühren zu verlangen, da sie das Grundstück oder das Weideland ohnehin besitzen und nicht auf die Preise übertragen. Doch selbst die Nutzung eines Grundstücks verursacht Kosten. Ebenso sind höhere Pensionspreise zu vermitteln, wenn der Betreiber in einen Trecker oder eine Bodenbefestigung mit Paddockplatten investiert. Denn das bedeutet für Betreiber und Einsteller einen echten Arbeitsvorteil, da der Reitplatz mit dem Trecker abgezogen werden kann, auch bei schlechtem Wetter trocken und bereitbar ist oder die Fress- und Tränkplätze dank Paddockmatten sauber bleiben.

Ein gut geführter Pensionsstall mit realistisch kalkulierten Preisen, die den Arbeitsaufwand und die Investitionen des Betriebes mit einbeziehen, ist deshalb alles andere als billig. Für alle Beteiligten, das Pferd, den Halter und den Pensionsbetreiber, bedeutet er aber einen Gewinn. Pensionsbetreiber sollten ihren Aufwand und ihre Anschaffungen offen legen und damit vor allem unerfahrenerer Einsteller besser abholen. Kritik an Preisen entsteht schließlich oft aus Unwissenheit über die tatsächliche Arbeit und Wirtschaftlichkeit.

Um aber den finanziellen Aufwand zu sparen, können Reitbeteiligungen für Pflege und Kosten eine Alternative sein. Diese sind nicht immer einfach zu finden, lohnen sich aber für eine finanzielle Entlastung. Zudem werden durch die Übernahme von Pflegediensten wie dem Abäppeln durch den Pferdebesitzer die Einstellgebühren automatisch günstiger. Der eigene Arbeitsaufwand hier darf dabei nie unterschätzt werden und sollte immer mit den persönlichen Zeit-Kapazitäten abgestimmt sein.