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30.06.2021

Vorsicht giftig - welche Pflanzen Pferden schaden

Trotz ihrer natürlichen Instinkte wissen Pferde nicht immer, was beim Grasen gut für sie ist. Als Pferdehalter sollten Sie deshalb stets darauf achten, was auf und im Umfeld Ihrer Weide wächst und was Ihre Tiere beim Ausritt in der Natur aufnehmen. Wir geben Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Giftpflanzen und wie Sie Ihre Pferde schützen können.

Viele giftige Pflanzen schmecken aufgrund ihrer Toxine wie Oxalsäure oder Terpene für Pferde meist bitter und werden deshalb häufig aus Instinkt nicht weiter verzehrt. Die meisten dieser Gewächse verlieren jedoch beim Trocknen den bitteren Geschmack und enthalten trotzdem noch Toxine, wenn auch in geringerer Konzentration. Da unsere domestizierten Pferde relativ empfindlich sind, können diese geringen Mengen bereits zu Vergiftungserscheinungen führen. Einige Pflanzen führen dabei erst nach mehrmaligen Verzehr über einen längeren Zeitraum zu Reaktionen, andere Pflanzen können dagegen schon in geringen Mengen starke Reaktionen hervorrufen.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten und häufigsten Giftpflanzen für Pferde:

  • Adlerfarn
    Kann krebserregend sein und zu Schäden des Nervensystems führen. Mengen von etwa 2 Kilogramm täglich können nach circa einem Monat tödlich sein.
  • Bergahorn
    Besonders die frischen Keimlinge im Frühjahr und Herbst sind schon in geringen Mengen sehr giftig und können unter anderem zu Zittern, Schwitzen, Krämpfen und Koliken führen.
  • Blauer Eisenhut
    Auch hier reichen bereits wenige Gramm für die ersten Vergiftungserscheinungen, bei 100 bis 200 Gramm kann das Pferd an Kreislaufversagen oder Atemlähmung sterben. Achten Sie auf Symptome wie vergrößerte Pupillen, Durchfall, Nervosität, Muskelkrämpfe, starker Speichelfluss, aufsteigende Lähmungen.
  • Eibe
    Sie gehört mit ihren Taxinen in Samen, Nadeln, Rinde und Holz zu den giftigsten Pflanzen für Pferde. Schon 100-200g sind nach wenigen Minuten tödlich. Symptome im Vorfeld sind hoher Puls, Krämpfe, Schaum vorm Mund, Taumeln.
  • Roter Fingerhut
    Wiederum sind geringe Mengen von 25 g trockener und 100-200 g frischer Bestandteile der gesamten Pflanze ausreichend, um den Tod herbeizuführen. Das Pferd erleidet vorher Symptome wie hohen Blutdruck, Benommenheit oder blutigen Durchfall
  • Gefleckter Schierling
    Beim Verzehr des Gewächses kann es beim Pferd zu hohem Puls, Lähmungen, Krämpfen und Muskelschwäche kommen. Nimmt das Tier 3-5 kg des Gefleckten Schierlings auf, kann das tödlich sein.
  • Goldregen
    Auch diese gelbblühende Pflanze kann tödlich wirken, nimmt das Pferd 250-300 g der Samen zu sich. Symptome bei einer Vergiftung sind u.a. schweres Atmen, Zittern und starkes Schwitzen.
  • Graukresse
    Die Graukresse ist frisch und getrocknet gefährlich für Pferde und kann zu Fieber, Appetitlosigkeit, hohem Puls, Lähmungen, Apathie und Schwellungen/Ödemen an den Gliedmaßen führen. Auch Fehlgeburten könne auf eine Vergiftung mit Graukresse zurückzuführen sein. Nimmt das Pferd zu hohe Mengen des Gewächses auf, kann dies tödlich sein.
  • Herbstzeitlose
    Verzerrt das Pferd 1,2-3 kg des Samens, sowohl frisch als auch getrocknet, kann es sterben. Achten Sie bei dem Tier auf Schwitzen, blutigem Durchfall, Lähmungen und einen gestörten Kreislauf.
  • Jakobskreuzkraut
    Diese Pflanze ist häufig auf Pferdeweiden zu finden und kann ab einer Menge von 2 kg getrocknetem und 14 kg frischem Kraut für große Pferde tödlich sein. Bei kleineren Pferden wie Ponys erleiden bereit nach 0,5 kg getrockneter und 4 kg frischem Jakobskreuzkraut den Tod. Vergiftungserscheinungen, die bereits nach kleinen Mengen über einen längeren Zeitraum auftreten, sind Appetitlosigkeit, Depression und Apathie.
  • Johanniskraut
    Abhängig vom Gewicht Ihres Pferdes kann dieses Kraut ab circa 0,5% der Körpermasse zu Symptomen wie Nervosität, Schwellungen und unangenehmen Entzündungen auf der Haut, Kinn und an den Lippen führen.
  • Robinie
    Apathie, hoher Puls, vergrößerte Pupillen, Speichelfluss, gelbe Schleimhäute, Magen- und Darmentzündungen sowie Leber- und Nierenschäden gehören zu den Vergiftungserscheinungen durch Rinde, Früchte und Blätter der Robinie.
  • Stechapfel, Schwarze Tollkirsche, Schwarzes Bilsenkraut
    Auch hier ist besondere Vorsicht geboten. Alle drei Pflanzen gehören zu den Nachtschattengewächsen, die zu schweren Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen können. Symptome einer Vergiftung sind hoher Puls, Schluck- und Sehbeschwerden, Nervosität, Krämpfe, trockene Schleimhäute und vergrößerte Pupillen. Nimmt das Pferd zu große Mengen auf, kann es zum tödlichen Muskel- und Atemstillstand kommen.

Neben den genannten Giftpflanzen gibt es noch weitere Gewächse, die bei Pferde heftige Beschwerden zum Teil mit Todesfolge auslösen können. Achten Sie auf Ihrer Weide und bei Ausritten auch auf Wolfsmilch, Buchsbaum, Thuja, Eiche, Gundermann, Herbstzeitlose, Kirschlorbeer, Adonisröschen, Maiglöckchen, Rhododendron, Sumpfschachtelhalm und Hahnenfußarten

So schützen Sie Ihre Pferde vor Giftpflanzen

Der beste Schutz für Ihre Pferde ist ein wachsames Auge und eine gut gepflegte Pferdeweide. Beobachten Sie bei Ausritten gut, wo und was Ihre Pferde zwischendurch und bei längeren Pausen knabbern und hindern sie sie gegebenenfalls beim Fressen. Lassen Sie Ihre Tiere zudem nicht auf fremden Koppeln weiden.

Ihre eigene Weide sollten Sie regelmäßig auf Giftpflanzen prüfen. Auch bei verlegten Paddockplatten auf Weidezugängen oder Tränk- und Futterplätzen können giftige Gewächse durchwuchern. Auch hier ist ein regelmäßiger Check wichtig.

Entdecken Sie eine Giftpflanze, sollte diese unbedingt mit der Wurzel entfernt und gleich entsorgt werden. Denn manche Pflanzen wie das Johanneskreuzkraut können sich schnell vermehren. Essenziell ist auch, die Koppel vor dem Mähen abzusuchen, da manche Giftpflanzen gerade dadurch Ihre giftigen Samen weiter verbreiten können.

Sollten Sie bei Ihrem Tier mögliche Vergiftungserscheinungen beobachten, rufen Sie umgehend einen Tierarzt. Nur er kann Ihrem Pferd adäquat und schnell helfen. Versorgen Sie Ihr Tier mit Wasser und beobachten Sie es genau. Geben Sie dem Arzt wichtige Informationen zu den Symptomen und über die Pflanzenart, am besten mit gesammelten Pflanzenresten, sowie zur ungefähr verzehrten Menge.

Bild von Sven Lachmann auf Pixabay