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25.08.2020

Hufgesundheit bei Pferden

Gesunde Hufe sind Grundvoraussetzung für ein langes, vitales und beschwerdefreies Pferdeleben. Sie sind trotz ihres scheinbar robusten Äußeren ein komplexes System aus unterschiedlichen Strukturen und können entsprechend empfindlich reagieren. Deshalb ist es entscheidend, sämtliche Einflussfaktoren auf die Hufgesundheit zu kennen und langwierigen, schmerzhaften Huferkrankungen konsequent vorzubeugen.

Die Komplexität des Pferdehufs

Der Pferdehuf besteht aus einer Vielzahl an harten und weichen Strukturen, die perfekt auf die Bewegung und die Drucklasten der Tiere abgestimmt sind. Dadurch werden die Gelenke des Pferdes adäquat geschont und bei jedem Tritt wird die Durchblutung der Hufe angekurbelt.
Hinter der robusten Hornwand, die den Huf umgibt, befindet sich eine Knochenstruktur aus Hufbein, Strahlbein und Kronbein. Sie wird von zahlreichen Blutgefäßen und Nervenzellen durchzogen und mit einem umfassenden System aus Bändern, Knorpeln und Schleimbeuteln zusammengehalten. Dadurch halten sie den Pferdehuf elastisch und wirken wie ein Stoßdämpfer beim Gehen, Traben oder Galoppieren.

Wichtiger und gleichzeitig hochsensibler Bestandteil der Pferdehufe ist die Huflederhaut. Sie setzt sich aus der Saumlederhaut, Kronlederhaut, Wanderlederhaut, Sohlenlederhaut, Strahllederhaut und Ballenlederhaut zusammen. Jede Hautsruktur hat dabei eine eigene Funktion, in Ihrer Gesamtheit verbindet die Huflederhaut aber grundsätzlich die Hufkapsel mit dem Hufskelett und sorgt für das Wachstum des Hufhorns. Sie durchzieht den Huf mit zahlreichen Blutgefäßen und Nervenbahnen und sorgt im Krankheitsfall für entsprechend erhebliche Schmerzen. Leider ist bei Krankheiten des Pferdehufes häufig die Huflederhaut betroffen.

Häufige Erkrankungen der Pferdhufe

Strahlfäule

Die wohl häufigste, bakterielle Krankheit bei Pferdehufen ist die Strahlfäule. Der Strahl befindet sich im hinteren Bereich der Hufsohle und gibt dem Huf durch seinen elastischen Hornaufbau einen stabilen Ausgleich bei aufkommenden Drucklasten.

Steht das Pferd über einen längeren Zeitraum auf nassem Untergrund im matschigen Paddock oder auf nassem Stroh in der Box, kann der Strahl nicht ausreichend trocknen, ist permanent Keimen ausgesetzt und beginnt zu faulen. Dabei entsteht häufig ein übel riechender Geruch, den Pferdebesitzer vor allem beim Hufauskratzen wahrnehmen.

Eine wirksame Behandlung von Strahlfäule ist das Ausschneiden der betroffenen Stellen durch den Schmied, Huforthopäden oder dem Tierarzt und die anschließende Desinfektion. Sauerstoff und ein trockener Boden helfen bei der Heilung. Im Handel sind Mittel zur Desinfektion und Trocknung der Hufe erhältlich.

Fühligkeit

Mit Fühligkeit haben besonders Barhufer zu kämpfen, die sich oft auf hartem Boden bewegen. Durch den harten Untergrund kommt es zu vermehrtem Hufabrieb. Sind die Pferdehufe schließlich zu kurz, treten beim Bewegen und sogar beim Stehen Schmerzen auf. Hufschuhe können hier Abhilfe schaffen. Sie schützen nicht nur vor zu starkem Abrieb, sondern auch vor spitzen Steinen oder anderen Gefahren. Zudem sollte mit dem Hufschmied oder Huforthopäden abgesprochen werden, ob es sinnvoll wäre, das Pferd teilweise zu beschlagen oder sogar einen Vollbeschlag in Erwägung zu ziehen.

Hornspalten

Bei Hornspalten kommt es zu kleinen und teils größeren Rissen im äußeren Bereich der Pferdehufe. Wenn die Risse noch klein sind, bereiten sie dem Pferd meist keine Probleme. Im weiteren Verlauf, wenn die Spalten tiefer werden und die gesamte Hornschicht durchdringen, kommt es zu Schmerzen. Das Pferd wird versuchen, den betroffenen Huf weitestgehend zu schonen. In extremen Fällen kann es zu Entzündungen und Eiter kommen. Ein frühzeitiges Erkennen ist deshalb wichtig, um einen schlimmeren Krankheitsverlauf zu verhindern.

Ursachen für Hornspalten sind entweder eine schlechte Pflege der Hufe oder die Pferdehufe verfügen von Natur aus über eine sehr schlechte Hornqualität. Zur Behandlung von Hornspalten sollten Hufschmied und Tierarzt herangezogen werden, denn gerade im fortgeschrittenen Stadium ist meist das Entfernen von Hufteilen erforderlich sowie ein Spezialbeschlag, um die betroffene Stelle zu entlasten. Der Tierarzt kann Schmerzmittel verschreiben und den Huf adäquat verbinden.

Wie beuge ich Huferkrankungen vor?

Huferkrankungen sind häufig langwierig, für die Tiere sehr schmerzhaft und mit hohen Kosten verbunden. Aufgrund der erwähnten Komplexität der Hufanatomie lassen sie sich aber nicht immer vermeiden. Die Risiken können dennoch auf ein Minimum reduziert werden. Denn abgesehen von unvorhergesehenen, mechanischen Einwirkungen wie das Eintreten von spitzen Gegenständen oder Stürzen, sind häufig Fehler bei der Hufpflege und der Pferdehaltung das Problem.

Wichtig sind daher trockene und saubere Ausläufe, Ställe und Paddocks. Eine Bodenbefestigung, beispielsweise mit Paddockplatten, sorgt dafür, dass Wasser zuverlässig absickern kann und die Pferde nicht dauerhaft auf feuchten, keimbelasteten Flächen stehen. Auf Weiden sollten zudem trockenen Flächen zur Verfügung stehen, welche die Pferde bei Dauerregen aufsuchen können. Achten Sie darauf, dass Ställe gut belüftet sind und die Einstreu stets trocken und hygienisch gehalten wird. Das regelmäßige Säubern der Paddocks und Boxen gehört naturgemäß ebenfalls zur Prophylaxe.

Auch das richtige Futter ist entscheidend. Eine ausgewogene Ernährung ist Grundvoraussetzung für gesunde Pferdehufe und sollte neben hochwertigem Rauhfutter auch aus einer individuell zugeschnittenen Menge an Kraftfutter, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen bestehen. Achten Sie außerdem auf einen passenden Hufbeschlag und lassen Sie gegebenenfalls Huffehlstellungen korrigieren, um den Bewegungsapparat zu schonen. Zudem sollten die Pferdehufe mindestens einmal täglich, am besten nach dem Weidegang sowie vor und nach den Reiteinheiten, ausgekratzt und auf mögliche Erkrankungen untersucht werden.

Essentiell für die gesamte Pferdegesundheit ist natürlich immer ausreichend und regelmäßige Bewegung. Das sorgt für eine gute Durchblutung, regt den Kreislauf an und versorgt alle Organe mit ausreichend Sauerstoff. Wichtig dabei ist eine stets angemessene Bewegung, die nicht zur Überlastung des Tieres führt. Abwechslungsreiche Ausritte über Felder oder durch den Wald bieten dabei eine hufschonende Alternative zu Beton- und Asphaltwegen. Bei empfindlichen Barhufern können Sie zudem Training und Bewegung so anpassen, dass der Hufabrieb nicht zu stark wird.