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30.08.2021

Gesundes Klima im Pferdestall

Mit Beginn der kühlen Jahreszeiten und der zunehmenden Niederschläge werden auch die Stallzeiten länger. Da Pferde als Steppentiere gut auf unterschiedliche Witterungsverhältnisse angepasst sind, sollte sich das Stallklima nicht allzu sehr von den natürlichen Bedingungen unterscheiden. Wir sagen Ihnen, was Sie bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Stallhygiene beachten sollten.

Pferde fühlen sich draußen und bei frischer Luft am wohlsten - keine Frage. Die Thermoregulation und das Immunsystem werden durch unterschiedliche Witterungsbedingungen optimal trainiert und die großen Lungen durch viel Sauerstoff gut belüftet.
Stehen Pferde aufgrund von längeren Matsch- und Kälteperioden häufig im Stall, muss das dortige Klima möglichst adäquat auf die natürlichen Klimaverhältnisse abgestimmt werden. Offenställe oder Pferdeställe, an die idealerweise ein mit Paddockplatten befestigter Außen-Paddock angeschlossen ist, bieten durch die gute Frischluftversorgung vergleichsweise optimale Bedingungen. Aber auch in geschlossenen Stallarten kann das Klima gezielt angepasst werden.

Temperatur

Pferde besitzen von Natur aus eine sehr gute Thermoregulierung und können kältere Temperaturen problemlos ausgleichen. Damit Sie diese Fähigkeit nicht verlieren, ist es wichtig, dass die Tiere so häufig wie möglich den Temperaturen der unterschiedlichen Jahreszeiten ausgesetzt sind. Bei längeren Stallzeiten bedeutet dies vor allem eine tägliche, zugfreie Lüftung, damit sich der Körper der Tiere auch an den Außentemperaturen orientieren kann. Eine kontinuierliche Frischluftzufuhr sorgt zudem dafür, dass entstandener Wasserdampf, schädliche Gase sowie Keime und Staub gut abtransportiert werden können.

Luftfeuchtigkeit

In Pferdeställen ist eine Luftfeuchtigkeit zwischen 60-80 % optimal. Liegt sie höher, begünstigt das die Entstehung von Krankheitserregern, Keimen und Schimmelpilzen, z.B. in der Einstreu, im Futter oder an den Wänden, wo sie von Pferden abgeleckt werden können. Zudem funktioniert bei einer zu hohen Luftfeuchtigkeit die Thermoregulation der Tiere nicht mehr optimal.

Ist andererseits die Luft im Stall zu trocken, entsteht schnell Staub, der die Schleimhäute der Tiere reizen und Atemwegserkrankungen auslösen kann. Durch trockene Luft werden die feuchten Schleimhäute trockener und die Infektanfälligkeit der Pferde steigt.

Stallpflege

Die Stallhygiene hat ebenfalls entscheidenden Einfluss auf das Stallklima, vor allem auf die Konzentration schädlicher Gase. Bereits die Wahl der Einstreu spielt dabei eine Rolle. So sammelt sich bei Wechseleinstreu, die täglich komplett erneuert wird und dabei sämtliche Partikel aus getrocknetem Kot und Urin aufwirbelt, deutlich mehr Ammoniak in der Luft an als bei Dauereinstreu. Hier wird lediglich jeden Tag abgeäppelt und neu eingestreut. Manche Stallbesitzer verzichten sogar auf das Abäppeln, damit sich eine feste Mistmatratze bildet. Sie bindet, insofern sie nicht durch mechanische Einwirkungen verletzt wird, den Ammoniak von Kot und Urin in einer geschlossenen Schicht.

Beim Material für die Einstreu sind nicht immer die beliebtesten und günstigsten Sorten die besten für das Stallklima. So ist Weizenstroh zwar als Unterlage bei Pferden besonders beliebt und wird gern als zusätzliches Raufutter gefressen, seine Saugfähigkeit ist allerdings vergleichsweise schlecht. Zudem sammeln sich in Weizenstroh besonders häufig Pilzsporen und Bakterien an.

Beliebte Alternativen wie Holzspähne neigen dagegen weniger dazu, Brutstätten für Keime und Sporen auszubilden und lassen vergleichsweise selten Schwebestaub entstehen. Allerdings ist die Ammoniakbelastung bei Ställen mit Holzspähnen oft höher und als Unterlage haben sie nicht die besten isolierenden Eigenschaften.

Wer für die Einstreu Hygiene, Liegebedingungen, Wärmedämmung und Wirtschaftlichkeit möglichst optimal kombinieren möchte, für den lohnt sich der Blick auf neuere Sorten wie Weichholzpellets, Flachsstroh, Kiefernspähne, Miscanthus oder Waldbodeneinstreu. Diese Sorten sind meist saugfähiger und staubarmer, verrotten gut und sind weniger anfällig für eine Keimbildung. Trotz teilweise höherer Preise sind sie langfristig gesehen häufig kosteneffizienter, bedeuten weniger Arbeit und sind für Stallhygiene und Stallklima ein echter Bonus.

Photo by Philippe Oursel on Unsplash